Brandwache bei Schweißarbeiten: Wann ist sie Pflicht und was müssen Auftraggeber beachten?

Schweißen, Trennschleifen, Löten oder Brennschneiden gehören auf vielen Baustellen und in Betrieben zum Alltag. Dabei entstehen Funken, Schweißperlen und heiße Metallteile, die mehrere Meter weit fliegen und in Ritzen, Dämmung oder Staub unbemerkt weiterglimmen können. Viele Brände bei Heißarbeiten brechen deshalb nicht während der Arbeit aus, sondern Stunden danach – wenn niemand mehr vor Ort ist.

Genau dafür gibt es die Brandwache. In diesem Ratgeber erklären wir, wann sie nötig ist, was sie macht und worauf Sie als Auftraggeber in Frankfurt und Hessen achten sollten.

Was sind Heißarbeiten?

Als Heiß- oder feuergefährliche Arbeiten gelten alle Arbeiten, bei denen offene Flammen, Funken oder hohe Temperaturen entstehen. Typische Beispiele sind:

  • Schweißen und Brennschneiden
  • Trennschleifen und Flexen
  • Hart- und Weichlöten
  • Abflämmen und Arbeiten mit dem Gasbrenner, etwa bei Bitumenbahnen auf dem Dach
  • Auftauen von Leitungen mit offener Flamme

Wann ist eine Brandwache bei Schweißarbeiten Pflicht?

Eine Brandwache ist immer dann erforderlich, wenn sich Brandgefahren bei Heißarbeiten nicht vollständig beseitigen lassen – zum Beispiel weil brennbare Materialien nicht entfernt oder abgedeckt werden können, weil Funken in Hohlräume, Zwischendecken oder benachbarte Räume gelangen können oder weil in Bereichen mit erhöhter Brandgefahr gearbeitet wird.

Ob und in welchem Umfang eine Brandwache nötig ist, ergibt sich in der Praxis aus mehreren Quellen:

  • Gefährdungsbeurteilung des Unternehmens, das die Arbeiten ausführt
  • Erlaubnisschein für feuergefährliche Arbeiten – ein schriftliches Formular, in dem Sicherheitsmaßnahmen, Brandwache und Nachkontrolle festgelegt werden
  • Vorgaben des Versicherers, des Bauherrn oder des Betreibers
  • Brandschutzkonzept des Gebäudes oder Auflagen von Bauaufsicht und Feuerwehr

Tipp: Klären Sie vor Beginn der Arbeiten mit Ihrem Versicherer, welche Vorgaben für Heißarbeiten gelten. Fehlt bei einem Brandschaden der Erlaubnisschein oder die vorgeschriebene Brandwache, kann das den Versicherungsschutz gefährden.

Was macht eine Brandwache?

Die Brandwache ist während der Arbeiten ausschließlich für den Brandschutz zuständig – sie arbeitet nicht selbst mit. Zu ihren Aufgaben gehören:

  • den Arbeitsbereich und angrenzende Bereiche beobachten, auch hinter Wänden und unter Decken
  • Funkenflug und Glutnester früh erkennen
  • Entstehungsbrände mit bereitgestellten Feuerlöschern bekämpfen
  • im Ernstfall die Feuerwehr alarmieren und Personen warnen
  • Flucht- und Rettungswege freihalten
  • Kontrollen und Auffälligkeiten dokumentieren

Wie lange muss die Brandwache nach Schweißarbeiten bleiben?

Die genaue Dauer wird im Erlaubnisschein festgelegt. Üblich ist eine Brandwache während der gesamten Arbeiten und eine anschließende Nachkontrolle über einen längeren Zeitraum, weil Glutnester noch Stunden später einen Brand auslösen können. Bei besonders gefährdeten Bereichen werden zusätzlich spätere Kontrollgänge vereinbart.

Welche Qualifikation braucht eine Brandwache?

Die Brandwache sollte im Umgang mit Feuerlöschern geübt und über die Gefahren der jeweiligen Arbeiten unterwiesen sein. Bewährt hat sich eine Ausbildung zum Brandschutzhelfer nach ASR A2.2. Vor dem Einsatz wird die Brandwache in das Objekt eingewiesen: Lage der Löschmittel, Flucht- und Rettungswege, Alarmierung und Ansprechpartner.

Checkliste für Auftraggeber

Wann Was zu tun ist
Vor den Arbeiten Erlaubnisschein ausstellen, brennbare Stoffe entfernen oder abdecken, Öffnungen und Fugen abdichten, geeignete Feuerlöscher bereitstellen, Brandwache einweisen
Während der Arbeiten Brandwache ständig vor Ort, Arbeitsbereich und Nachbarbereiche beobachten, Funkenflug kontrollieren
Nach den Arbeiten Nachkontrolle über den im Erlaubnisschein festgelegten Zeitraum, auch angrenzende und darunterliegende Bereiche prüfen, Kontrollen dokumentieren

Was kostet eine Brandwache in Frankfurt?

Bei NEO Sicherheit kostet eine Brandwache ab 20,50 € pro Stunde zzgl. MwSt. Der genaue Preis hängt von Dauer, Uhrzeit, Personalbedarf und Vorlaufzeit ab. Unsere Brandwachen sind Brandschutzhelfer nach ASR A2.2 und Tag und Nacht in Frankfurt und ganz Hessen im Einsatz. Mehr dazu auf unserer Seite Brandwache Frankfurt.

Fazit

Bei Heißarbeiten entstehen die meisten Brände erst, wenn niemand mehr hinsieht. Eine Brandwache während der Arbeiten und eine sorgfältige Nachkontrolle sind deshalb keine Formalität, sondern der wirksamste Schutz – für Ihr Gebäude, Ihre Baustelle und Ihren Versicherungsschutz.

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